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Ausstellung "d a v o r"

Veröffentlicht am 10/01/2018

Kurz nach der 40. Jahresausstellung von SALIX e.V. wird bereits die nächste sehenswerte Ausstellung "davor" mit den Kölner Künstlern Dagmar Hugk und Wolfgang Lüttgens  in der Städtischen Galerie Kaarst im Rathaus Büttgen zu sehen sein. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 07.Oktober 2018, 12 Uhr, die Begrüßung erfolgt durch Dieter Güsgen, Bereichsleiter Kultur. Die Einführungsrede hält  Sabine Elsa Müller, M.A. Die Ausstellung ist vom 7.10. bis 4.11.2018 zu sehen.

Fasziniert von der eigentümlichen Ausstrahlung der Städtischen Galerie in Kaarst, die sehr stark an eine Bühne oder einen Konzertraum erinnert, haben Dagmar Hugk (geb. 1965) und Wolfgang Lüttgens (geb. 1957) ein auf den Ausstellungsraum bezogenes Konzept entwickelt, das ebenso Berührungspunkte wie Unterschiede zwischen den beiden Positionen unterstreicht. Beide arbeiten vorwiegend mit Fotografie. Für die Ausstellung sind jedoch jeweils neue Arbeiten entstanden, die malerische, skulpturale und zeichnerische Fragestellungen einbeziehen.

Dagmar Hugk dominiert scheinbar den Raum mit einer großen raumbezogenen Fotoarbeit, die sich über mehrere Wände erstreckt. Die Arbeit besteht aus zahlreichen Einzelblättern im DIN-A3-Format, die mit einem kleinen

Abstand zueinander auf die Wand montiert sind. So entsteht als Negativform ein weißes lineares Raster, welches scheinbar über dem bildnerischen Motiv liegt. In ihren Werken beschäftigt sich Dagmar Hugk häufig mit Natur und deren Manipulation durch den Menschen. Die Beziehung zu unserer Lebenswelt scheint geprägt durch Prozesse der Verkünstlichung oder Dämonisierung. So weist das Bildmotiv der Wandinstallation eine nicht klar einzuordnende organische Struktur auf, die im Gegensatz zu der strengen Rasterung steht. Lineare und pflanzliche Formen verdichten sich zu einem komplexen Geflecht zwischen malerischer Auflösung und geometrischer Ordnung.

Die zentrale Arbeit von Wolfgang Lüttgens besteht aus mit Carbon beschichteten Schreibmaschinenbändern, wie sie heute überhaupt nicht mehr gebräuchlich sind. Federleicht hängen die schwarzen Bänder von der Decke und schlängeln sich von dort aus über den Fußboden. Sie sind mit Texten aus der Odyssee von Homer beschrieben, entziehen sich aber durch diese Form der Präsentation eher der Lesbarkeit. Die Carbonbänder beschreiben in ihrer Linearität eine ephemere, bewegte und doch begehbare Zeichnung im Raum. Wolfgang Lüttgens geht es um eine Hinterfragung der Linie und ihrer vielfältigen Erscheinungsformen bis hin zur Erzeugung der Illusion von Dreidimensionalität. An der Schnittstelle zwischen Raum und Fläche rückt das konkrete Bild der Wirklichkeit immer weiter in den Hintergrund wie unsere Geschichte und unser kulturelles Erbe, das nichts desto trotz in die Gegenwart wirkt. Realität zeigt sich zuerst undeutlich, wie verhangen im Nebel, entwickelt aber aus diesem Hintergündigen eine eigene, kaum bezähmbare Kraft.


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