Gewerbesteuer

Gewerbetreibende werden zu einer Gewerbesteuer veranlagt, wenn der erzielte Gewerbeertrag eventuelle Freibeträge übersteigt. Die Gewerbesteuer bemisst sich grundsätzlich anhand eines Gewerbesteuer-Messbetrages, welcher vom jeweils zuständigen Finanzamt festgesetzt wird. Das Gestaltungsrecht der Gemeinde begrenzt sich auf die individuelle Festlegung eines Hebesatzes, der dann mit dem Gewerbesteuer-Messbetrag multipliziert wird und die festzusetzende Gewerbesteuer ergibt. Es besteht eine Bindungswirkung der Gemeinde an die von den Finanzbehörden festgesetzten Grundlagen (Steuerpflicht an sich, Veranlagungsjahr, Höhe des Messbetrages etc.). Einwendungen gegen die Entscheidungen des Finanzamtes in einem Gewerbesteuermessbescheid sind - aufgrund der Bindungswirkung der Gemeinde - daher auch ausschließlich an das jeweils zuständige Finanzamt zu richten.

Der aktuelle Hebesatz für die Gewerbesteuer in der Stadt Kaarst beträgt 439 v. H..

Die Hebesätze in der Stadt Kaarst werden jährlich im Rahmen der Haushaltssatzung vom Stadtrat beschlossen. Die rechtlichen Grundlagen für die Erhebung der Gewerbesteuer sind die Abgabenordnung, das Gewerbesteuergesetz und die Haushaltssatzung der Stadt Kaarst.

Finanzielle Erleichterungen im Zusammenhang mit der Coronapandemie

Die Coronapandemie stellt die Kaarster Wirtschaft auch weiterhin vor große finanzielle und betriebswirtschaftliche Probleme. Die zunächst bis zum 31.03.2021 aufgestellten Steuererleichterungen werden daher bis zum 31.12.2021 verlängert. Hierzu gewährt die Stadt Kaarst unkompliziert Stundungen zunächst für maximal vier Monate, sofern die Coronapandemie Ursache für vorübergehende Zahlungsschwierigkeiten ist. Dabei können auch die Stundungszinsen erlassen werden. Hierfür ist ein schriftlicher Antrag erforderlich. Durch diese Maßnahme lässt sich der Zeitpunkt der Steuerzahlung verschieben und die Liquidität des Unternehmens verbessern.

Darüber hinaus besteht im Einzelfall auch die Möglichkeit, für das Jahr 2021 einen Antrag auf Herabsetzung von Gewerbesteuer-Vorauszahlungen zu stellen. Dies ist immer dann möglich, wenn absehbar und begründbar ist, dass die Einnahmesituation sich deutlich verschlechtert. Die Steuervorauszahlungen werden dann bei Vorlage entsprechender Unterlagen unkompliziert und zeitnah herabgesetzt. Hierzu ist ebenfalls ein schriftlicher Antrag erforderlich. Entsprechende Musteranträge stehen unter „Formulare“ bereit.

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