Einbürgerungsanspruch für Ehegatten oder Lebenspartner

Rechtsgrundlage: § 9  Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG)

Für einen Anspruch auf Einbürgerung wird unter anderem ein mindestens acht Jahre rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland vorausgesetzt. Für Ehegatten oder Lebenspartner von deutschen Staatsangehörigen gibt es günstigere Regelungen.

Weitere Möglichkeiten zur Einbürgerung:

Einbürgerungsanspruch - allgemein (§ 10 StAG)

Einbürgerung nach Ermessen (§ 8 StAG)

Ihre persönliche Vorsprache ist erforderlich.

Die Abgabe des Einbürgerungsantrags erfolgt nur nach vorheriger Terminvereinbarung.

Eine telefonische Beantragung ist möglich.

Allgemeine Informationen erhalten Sie selbstverständlich auch unter der genannten Rufnummer oder anlässlich einer persönlichen Vorsprache während der Sprechzeiten.

Folgende Voraussetzungen müssen vorliegen:

  • Sie leben seit drei Jahren rechtmäßig im Bundesgebiet und sind seit mindestens 2 Jahren mit einem deutschen Staatsangehörigen verheiratet beziehungsweise führen eine eingetragene Lebenspartnerschaft mit einem Deutschen (§ 9 StAG).
  • Sie sind im Besitz einer anrechnungsfähigen Aufenthaltserlaubnis oder einer Niederlassungserlaubnis.
  • Sie sind bereit, Ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufzugeben.
  • Sie sind nicht vorbestraft.
  • Sie bekennen sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung.
  • Sie verfügen über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache (siehe unten).
  • Ab dem 01.09.2008 müssen außerdem Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland von Ihnen nachgewiesen werden (Einbürgerungstest).
  • Sie bestreiten Ihren Lebensunterhalt grundsätzlich ohne Inanspruchnahme von ARGE-Leistungen und Grundsicherung.

Hinweis:
Ist Ihre Ehe mit einem deutschen Staatsangehörigen innerhalb der letzten zwölf Monate durch Tod oder Scheidung aufgelöst worden oder leben Sie dauerhaft getrennt und haben Sie ein Kind aus dieser Ehe, für das Sie das Sorgerecht haben, so wenden Sie sich bezüglich einer möglichen Einbürgerung an die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Mehrstaatigkeit:
Wünschen Sie Informationen über die Voraussetzungen einer Einbürgerung ohne Aufgabe der bisherigen Staatsangehörigkeit, wenden Sie sich bitte an die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Folgende Unterlagen sind bei Abgabe des vollständig ausgefüllten Einbürgerungsantrags in Original und Kopie vorzulegen:

Allgemeine Unterlagen:

  • Informationsblatt zum Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung
  • gültiger Pass mit gültigem Aufenthaltstitel
  • gültiger Pass oder Personalausweis sowie gegebenenfalls Einbürgerungsurkunde des deutschen Ehe- oder Lebenspartners
  • ein Passfoto (für alle Personen ab 14 Jahren)
  • eigenhändig geschriebener Lebenslauf (für alle Personen ab 16 Jahren)
  • Nachweis über Deutschkenntnisse:
    mindestens Zertifikat B1 oder gleichwertig
    (z.B. in Deutschland erworbener Schulabschluss oder in Deutschland erworbener Berufausbildungsabschluss),

    für schulpflichtige Kinder:
    eine aktuelle Schulbescheinigung und vier Versetzungszeugnisse,

    für noch nicht schulpflichtige Kinder ab vier Jahren:
    Nachweis über den Kindergartenbesuch. Falls kein Kindergarten besucht wird, ist eine persönliche Vorsprache bei Antragstellung erforderlich.

Personenstandsurkunden (gegebenenfalls mit Übersetzung durch einen vereidigten Dolmetscher):

  • Geburtsurkunde(n)
  • Heiratsurkunde(n), Lebenspartnerschafturkunde(n)
  • Scheidungsurteil(e) mit Rechtskraftvermerk

Reichen Sie bitte (falls vorhanden) Ihr deutsches Familienbuch ein!

Einkommensnachweise (für beide Ehepartner beziehungsweise Lebenspartner):

  • aktueller Arbeitsvertrag und aktuelle Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate und/oder
  • Gewerbeanmeldung, letzter Einkommensteuerbescheid, aktuelle Gewinn- und Verlustrechnung mit Kontennachweis und/oder
  • Rentenbescheid und/oder
  • Nachweise über alle sonstigen Familieneinkünfte (ARGE-Bescheid, Grundsicherungsbescheid, Wohngeldbescheid und so weiter).
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes (bei Selbständigen)
  • gegebenenfalls Nachweis über Unterhaltszahlungen
  • Nachweis über mindestens 60 Monate sozialversicherungspflichtige Beschäftigungszeiten in Deutschland des deutschen Ehegatten oder des deutschen Lebenspartners und/oder Nachweis über mindestens 24 Monate sozialversicherungspflichtige Beschäftigungszeiten des Einbürgerungsbewerbers in Deutschland
  • ersatzweise: Nachweise über private Altersvorsorge (beispielsweise Lebensversicherung)
  • Krankenversicherungsnachweis
  • Mietvertrag und Nachweis über die aktuelle Miethöhe
  • gegebenenfalls Asylbescheid

Erhalten Sie Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (Arbeitslosengeld II) oder Sozialgesetzbuch XII (Sozialhilfe) reichen Sie bitte außerdem ein:

  • Nachweis über Grund und Datum der Beendigung des letzten Arbeitsverhältnisses
  • Nachweise über aktuelle Bewerbungsbemühungen

Die Anforderung weiterer Unterlagen bleibt vorbehalten.

Für Minderjährige unter 16 Jahren ist der Antrag von den Eltern beziehungsweise dem allein sorgeberechtigten Elternteil zu stellen.

Das alleinige Sorgerecht ist nachzuweisen (beispielsweise durch ein Gerichtsurteil).

Minderjährige, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, stellen den Antrag selbst.

Bei gesetzlich Betreuten ist ein Nachweis über die Betreuung einzureichen.

Die Bearbeitung ist vom Einzelfall abhängig.
Bei Antragsabgabe kann eine realistische Einschätzung erfolgen.

Die Einbürgerung kostet für Erwachsene 255,00 Euro.

Minderjährige, die alleine eingebürgert werden, zahlen ebenfalls 255,00 Euro.

Für mit einzubürgernde minderjährige Kinder beträgt die Gebühr 51,00 Euro pro Person.

Befreiungen: Ja, Befreiungen sind im Einzelfall möglich.

Ermäßigungen: Ja, Ermäßigungen sind im Einzelfall möglich.

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