Heute wurde die interaktive Ausstellung Youniworth in der Realschule Kaarst feierlich durch Bürgermeister Christian Horn-Heinemann eröffnet. Die von den Jugendmigrationsdiensten konzipierte Ausstellung widmet sich der Leitfrage „Wie wollen wir zusammen leben?“ und folgt dabei den Lebenswegen junger Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland. Noch bis zum 27. Februar 2026 ist die Ausstellung im Forum der Schule zu sehen. Vorbereitet wurde das Projekt in enger Zusammenarbeit zwischen dem Jugendmigrationsdienst im Rhein-Kreis Neuss, der Integrationsbeauftragten der Stadt Kaarst, der Schülervertretung sowie der Schulleitung der Realschule Kaarst. Gemeinsam haben sie die Inhalte intensiv abgestimmt und auf die Schulgemeinschaft zugeschnitten. Die Ausstellung lädt Schülerinnen und Schüler dazu ein, nicht nur die persönlichen Geschichten junger Menschen kennenzulernen, sondern sich auch aktiv einzubringen. Interaktive Elemente wie das Gestalten einer eigenen Werte-Galaxie oder ein Spiel zu Vorurteilen regen zur Auseinandersetzung mit Identität, Vielfalt und gesellschaftlichem Zusammenhalt an.

Bürgermeister und Schirmherr Christian Horn-Heinemann zeigte sich beeindruckt von der Ausstellung: „Youniworth ist eine Ausstellung zum Mitmachen und Mitdenken. Sie eröffnet jungen Menschen einen lebendigen Zugang zum Thema Migration und macht deutlich, wie bereichernd Vielfalt für unser Zusammenleben ist. Sie lädt dazu ein, Perspektiven zu wechseln, Vorurteile zu hinterfragen und miteinander ins Gespräch zu kommen.“

Schülersprecher Azhy berichtete von seiner persönlich Fluchterfahrung. Aus einem kleinen kurdischen Dorf im Nordirak schaffte er es 2015 mit seiner Familie letztlich bis nach Deutschland und konnte sich in Kaarst einen neuen Lebensmittelpunkt aufbauen: “Wir arbeiten hier, sind Nachbarn, Freunde, Bürger und zahlen auch Steuern”, bekannte er und fügte stolz und unter Applaus des Publikums hinzu: “Und 2022 bekamen wir im Rathaus die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen!” Auch Tala, die stellvertretende Schülersprecherin, berührte die geladenen Gäste mit ihren ganz persönlichen Gedanken zu der Frage des Zusammenlebens: “Auch ich musste fliehen. Alles war besser als der Krieg in Syrien. Ich habe Mobbing, Ausgrenzung, aber vielmehr Hilfe und Unterstützung erfahren. Ich wünsche mir, dass ab und zu jemand sagt: „Du gehörst dazu.“ So stelle ich mir Zusammenleben vor: nicht perfekt, aber fair, offen und menschlich.” Liam, Mitglied des Schülerrates und des Jugendparlaments ergänzte in seiner Rede, wie “wunderbar Migration und Vielfalt für Schule und Gesellschaft” sei und betonte, wie viel engagiert die Schülerinnen und Schüler der Realschule seien als Schule ohne Rassismus, angehende FairTradeSchool, in politischen Diskussionsveranstaltungen, der Beteiligung in politischen Gremien und historisch-politischen Bildungsfahrten. “All das findet an unserer Schule statt und macht sie zu einem Ort des Miteinanders, der Diskussion”, fasste Schulleiter Torsten Sotowic zusammen und betonte die Vielfalt der Schulgemeinschaft mit 27 Nationen.