Am heutigen Gedenktag erinnert die Stadt Kaarst an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors. 

Ein beispielhaftes trauriges Schicksal ist die Biografie von Wilhelm Wefers aus Büttgen. Er gehört zu den Todesopfern der nationalsozialistischen Medizinverbrechen in unserer Region. Hunderttausende Menschen mit Behinderungen oder psychischen Krankheiten wurden in sogenannten „Kinderfachabteilungen“, Tötungsanstalten und regulären Kliniken ermordet. Sie galten dem Regime als „Ballastexistenzen“ und Gefahr für die deutsche „Erbgesundheit“.  Wefers verbrachte mehr als die Hälfte seines Lebens in katholischen Anstalten. Mit einer Beschwerde geriet er Ende der 1930er-Jahre in den Fokus des NS-Regimes. Er wurde später in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet. 

Bislang sind diese Todesopfer meist namenlos geblieben. Eine dieser Geschichten ist die von Willi Wefers, die im Rahmen des Aufarbeitungsprojektes des Kaarster Stadtarchivs ein Gesicht bekam. 

Die Beschmierung der Schilder am Jüddepad im Jahr 2025 hat gezeigt, dass Erinnerung keine Selbstverständlichkeit ist und immer wieder verteidigt werden muss. Gerade deshalb sind Orte wie der Jüddepad und Stolpersteine im öffentlichen Raum sowie die Aufbereitung der Schicksale so wichtig: Sie halten die Erinnerung wach und fordern uns auf, Haltung zu zeigen. „Erinnern heißt Verantwortung übernehmen – gegen Hass und für ein respektvolles Miteinander in Kaarst“, so Bürgermeister Christian Horn-Heinemann.