Der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss (HWFA) hat gestern Abend den Weg zu den nächsten Meilensteinen bei der Sanierung des Sportforums freigemacht. Mit breiter Mehrheit stimmte der Ausschuss für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, trotz finanzieller Risiken die nächsten Planungsphasen einzuleiten. Während das bereits beauftragte Planungsbüro die Genehmigungs- und Ausführungsplanung abschließt, bereitet die Stadt Kaarst gleichzeitig die Ausschreibung der Leistungsphasen 6 bis 9 vor, um die vorgegebene Fristen des Fördergebers einzuhalten.
„Diese Entscheidung ist ein starkes Signal für den Radsport, aber auch für den Schul- und Vereinssport in unserer Stadt. Denn das Sportforum ist eben nicht nur eine einzigartige Sportstätte für Bahnradfahrer. Die Sportflächen werden intensiv durch Vereine und die Schulen genutzt. Deshalb ist für uns der Erhalt und die Zukunftsfähigkeit des Sportforums von entscheidender Bedeutung“, sagt Bürgermeister Christian Horn-Heinemann.
Trotz des Bedarfs war der Entscheidung ein gründliches Abwägen zwischen Risiken und Chancen vorausgegangen. Denn: Das gemeinsame Millionen-Projekt von Stadt Kaarst und Rhein-Kreis Neuss steht unter dem Vorbehalt einer Landes-Förderung. Bisher gibt es hierzu nur Absichtserklärungen, eine Garantie jedoch nicht. Rund 28 Millionen Euro soll die umfassende Sanierung des Sportforums kosten. Der Eigenanteil der Stadt wird nach Erhalt der Förderung mit rund 4 Millionen Euro kalkuliert. „Zu diesem Kurs können wir keine vergleichbare Sportstätte bauen. Deshalb überwiegt aus unserer Sicht die Chance das Risiko“, sagt Bürgermeister Horn-Heinemann.
Sollte die Förderung nicht genehmigt werden, würde das Projekt umgehend gestoppt. Dann müsste die Stadt die Hälfte der bereits abgerechneten und nun weiter beauftragten Planungsleistungen übernehmen. De andere Hälfte käme vom Rhein-Kreis Neuss. Kämmerer Dr. Sebastian Semmler beziffert das Ausfallrisiko für die nun neu beauftragten und förderfähigen Leistungsphasen 4 und 5 auf rund 970.000 Euro. Für die Leistungsphasen 1 bis 3 hat die Stadt bereits einen Anteil von rund 600.000 Euro geleistet. Für diese ersten Leistungsphasen wird es nach jetzigem Stadt keine Förderung geben.
Die Stadt wartet nun auf eine Entscheidung der Bezirksregierung Köln. Kommt die Förderung, dann soll der Baustart bis zur zweiten Jahreshälfte 2027 erfolgen. Ende 2029 muss die Sanierung abgeschlossen sein, dies ist eine Förderbedingung.