Die Stadt Kaarst hat den Tag der Deutschen Einheit mit einem Festakt gefeiert. Rund 200 Kaarsterinnen und Kaarster waren der Einladung ins Rathaus gefolgt. Anja Weingran, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Kaarst, ging in ihrer Begrüßung auf sehr persönliche Erinnerungen an die Deutsche Einheit ein. Als damals 18-Jährige stand sie bereits im Oktober 1989 am Bahnhof im fränkischen Hof, um die DDR-Flüchtlinge aus der Prager Botschaft in Empfang zu nehmen. „Wenn ich heute zurückblicke, dann ist dieser Morgen des 1. Oktober 1989 mein persönlicher Moment der deutschen Einheit. Er steht stellvertretend für die einmalige historische Chance, das Wir-Gefühl von den Bahnsteigen und wenige Wochen später von den Grenzübergängen und der Mauerkrone zu einer tatsächlichen Einheit und gemeinsamen Identität heranwachsen zu lassen“, sagte Weingran.
Dass diese Einheit bis zum heutigen Tag zwar nicht gänzlich vollzogen, die Wiedervereinigung aber dennoch eine Erfolgsgeschichte ist, führte anschließend Professor Eckhard Jesse in seinem Festvortrag aus: „Die Geschichte der Einheit ist eine deutsche Erfolgsgeschichte. Zwar zeigt das vereinigte Deutschland sozioökonomisch wie soziokulturell zunehmend Unterschiede. Aber diese sind in Staaten, die nicht geteilt waren, ebenso anzutreffen und allenfalls zu einem geringen Teil auf die deutsche Einheit zurückzuführen.“
Der Chor der Stadt Kaarst unter der Leitung von Wolfgang Pelzer sorgte für den feierlichen Rahmen des Festakts. Unter anderem erklang die wohl bekannteste Hymne des Mauerfalls: „Wind of Change“.
Würdiger Festakt zur Deutschen Einheit
Anja Weingran, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Kaarst, ging in ihrer Begrüßung auf sehr persönliche Erinnerungen an die Deutsche Einheit ein. Bild: Stadt Kaarst