Im Kaarster Stadtarchiv schlummern weiterhin zahlreiche Schätze, die bisher nicht digitalisiert wurden: Briefe, Schulchroniken, Fotografien, Akten, Amtsbücher, Karten oder Flugblätter. Schon jetzt können diese Quellen der Kaarster Stadtgeschichte im Stadtarchiv eingesehen werden. Doch erst die Digitalisierung ermöglicht einen modernen und jederzeit verfügbaren Zugriff. Dafür hat das Kaarster Stadtarchiv jetzt technisch nachgerüstet. Durch spezielle Hilfsmittel wird das Archivgut dabei besonders schonend behandelt, um Schäden zu vermeiden.
Gemeinsam mit dem Archivberatungs- und Fortbildungszentrum des LVR (LVR-AFZ) konnte das Stadtarchiv nun das LVR-Scan-Kit präsentieren: einen Werkzeugkoffer mit Hilfsmitteln, um Archivgut schonend zu scannen. „Wir sind mit unseren Anforderungen und dem sich daraus ergebenden Beratungsbedarf einer der Piloten für die Weiterentwicklung bereits erprobten und eingesetzten LVR-Scan-Kits“, sagt Stadtarchivar Sven Woelke.
„Das Kaarster Stadtarchiv war für uns in der Entwicklung der Technik und Hilfsmittel sehr wichtig. Deshalb freue ich mich, dass wir jetzt eines der ersten flächendeckend nutzbaren Scan-Kits hier in Kaarst in Betrieb nehmen können“, sagt Juliano de Assis Mendonça, Archivberater beim LVR-AFZ.
Viel Licht ist eine Voraussetzung für den guten Scan. Entsprechend hell wird es künftig in der Scan-Ecke des Stadtarchivs, wenn Ina Bolten und Lea O’Brian die großen LED-Strahler oberhalb der Glasfläche des Arbeitsscanners einschalten.
Das Team von Sven Woelke hat dort die Möglichkeit, Dokumente bis zu einer Größe von A2 zu digitalisieren.
Mit einer speziellen Leuchtplatte werden Dias digitalisiert. Auch Münzen und Siegel können erfasst werden. Durch Schnittstellen zum Archiv-Fachinformationssystem werden die digitalisierten Dokumente und Gegenstände mit dem zunehmend größeren Katalog des Archivs verknüpft.
Trotz besserer Technik: Die Digitalisierung des Kaarster Archivguts wird ein Langzeitprojekt. „Wir werden unsere Online-Präsenz und die Recherchemöglichkeit sukzessive ausbauen. Angesichts der Fülle an bisher nicht digitalisierten Dokumenten denken wir hier allerdings in Jahren. Perspektivisch wird es dann möglich sein, das gescannte Archivgut einzusehen und für Recherchen zu nutzen“, sagt Woelke.