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- Die Stadt Kaarst treibt die verpflichtende Kommunale Wärmeplanung (KWP) mit Unterstützung der Gelsenwasser AG weiter voran.
- Die Experten der Gelsenwasser haben sieben Bereiche im Stadtgebiet identifiziert, die sich für ein Fernwärmenetz eignen könnten.
- Die KWP übt keinen Zwang für Eigentümer aus - sie bietet aber Unterstützung für einen Umstieg weg von fossilen Brennträgern.
Die Stadt Kaarst treibt die verpflichtende Kommunale Wärmeplanung (KWP) mit Unterstützung der Gelsenwasser AG weiter voran. Am Donnerstagabend konnten sich interessierte Kaarster über den Projektstand informieren. Die beiden wichtigsten Erkenntnisse:
- Die Experten der Gelsenwasser haben sieben Bereiche im Stadtgebiet identifiziert, die sich für ein Fernwärmenetz eignen könnten. (siehe Übersichtskarte)
- Die KWP übt keinen Zwang für Eigentümer aus - sie bietet aber Unterstützung für einen Umstieg weg von fossilen Brennträgern.
Bei einem Wärmenetz wird Wärme zentral erzeugt und über gedämmte Rohrleitungen zu mehreren Gebäuden transportiert. Die Wärme kann beispielsweise aus erneuerbaren Energien, industrieller Abwärme oder anderen geeigneten Energiequellen stammen. In Kaarst werden derzeit rund 14.800 Gebäude beheizt, davon sind 80 Prozent private Wohnhäuser. Der jährliche Gesamtbedarf für Wärme liegt bei 350 Gigawatt-Stunden - 80 Prozent der Gebäude werden mit Gas oder Öl beheizt.
Auf dieser Datenbasis hat Gelsenwasser für die Stadt Kaarst untersucht, in welchen Gebieten ein Wärmenetz eine sinnvolle Lösung sein könnte. Dabei wurde insbesondere die Anzahl und Dichte der Gebäude, der Wärmebedarf sowie die mögliche Abwärmequellen (bspw. Rechenzentren) oder vorhandene Fernwärmenetze wie im Kaarster Osten betrachtet.
Dr. Ben Wortmann, Physiker und Projektleiter der Gelsenwasser für Kaarst, machte in seinem Vortrag deutlich, dass die KWP auch über die Fernwärme hinaus als Chance zu begreifen ist. Denn durch die geo- und bundespolitischen Rahmenbedingungen werden fossile Brennstoffe imer teurer. Am Beispiels eines Einfamilienhauses mit unterschiedlichem Energiebedarf rechnete er vor, dass Gasheizungen auf Dauer eine teure Lösung sein könnten. Welche Technik konkret die beste Option ist, hängt aber von vielen Faktoren ab. "Mit der Wärmeplanung geben wir eine Orientierung, die Stadt wird mit weiteren Fachvorträgen bei der Entscheidung unterstützen", sagte der Technische Beigeordnete, Harald Droste.
Weitere Botschaften des Abends: Bestehende Heizungssysteme dürfen weiterlaufen. Wo bereits jetzt kein Potenzial für Fernwärme ausgewiesen ist, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kein entsprechendes Netz aufgebaut.
Info Kommunale Wärmeplanung
Die kommunale Wärmeplanung zeigt auf, wie die Wärmeversorgung in Kaarst künftig klimafreundlicher und langfristig sicher gestaltet werden kann. Sie hilft dabei, den Weg zu einer möglichst zuverlässigen, bezahlbaren und umweltschonenden Wärmeversorgung aufzuzeigen.
Dazu wird zunächst untersucht, wie vor Ort geheizt wird, wie hoch der Wärmebedarf ist und welche Möglichkeiten es gibt, diesen künftig klimafreundlich zu decken. Dabei werden beispielsweise Wärmenetze, Wärmepumpen, erneuerbare Energien und die Nutzung von Abwärme betrachtet. Auf dieser Grundlage entwickelt die Stadt Kaarst einen Plan.
Die kommunale Wärmeplanung schafft damit Orientierung für die Zukunft. Sie kann Eigentümern, Unternehmen, Energieversorgern und der Kommune helfen, anstehende Entscheidungen besser vorzubereiten und Investitionen sinnvoll zu planen.
Alle weiteren Infos zur Kommunalen Wärmeplanung in Kaarst gibt es hier.